In Spanien ist die Kritik erwünscht.
Ich finde es immer wieder lustig wie Ralf Streck in fast jedem seiner Spanien Artikel einen Bogen zu den Basken spannen kann. Das ist bei Aznars Politik nicht sonderlich schwierig. so hat er zum Beispiel mal den Programmdirektor des 2ten öffentlichen Programms gefeuert, weil dieses einen objektiven Bericht zur Lage im Baskenland gesendet hat. Der war Aznar nicht kritisch genug. Zu den auswuechsen des baltazar garzon, der derzeit uebrigens in porto alegre weilt (welch hohn) muss man sich da gar nicht aeussern. Meinungsfreiheit wird bei verboten von Zeitungen wie “egin”, oder dem Verbot des Abdrucks von Interviews in denen nicht zu Ermordungen oder ähnlichem aufgerufen wird hier nicht sonderlich großgeschrieben aus eigener erfahrung (habe ein jahr in barcelona gelebt, lebe jetzt in Madrid) kann ich sagen, dass das baskenland in spanien ein wichtiges Thema ist, zu dem aznar auch ganz gerne den bogen spannt. So zum Beispiel am letzten sonntag auf seiner parteitagsrede, um das volk zum “konstitutionellem Patriotismus” (patriotismo constitucional)
aufzurufen. In der gleichen Rede forderte er dann mehr Europa und weniger Spanien und erzählte noch, dass nach nur 3 Wochen die Präsidentschaft schon zum langweiligsten (aburidissimo) Alltagsgeschaeft geworden sei. Nebenbei blockiert er noch mit haenden und fuessen die politik der PNV, die Regierungspartei im Baskenland. So wird derzeit der Haushalt nicht genehmigt, da die HB zu den Abstimmungen nicht antritt und die PNV keine Mehrheit hat. reden will aznar mit pnv auch nicht, was einer Negierung der Demokratie gleich kommt, denn das Volk hat beschlossen, dass PNV die stärkste Fraktion stellt. Und dann nicht mit der Fraktion reden zu wollen heisst sich dem Wille des Volkes zu verschliessen…
Das Demokratieverständnis ist in Spanien noch nicht so ausgereift (in Deutschland allerdings auch nicht, schaut man sich mal an, wie die Wähler der SPD zum Teil negiert werden)
es gibt immer Möglichkeiten den Bogen zum Baskenland zu spannen, weil Aznar es vor macht und das baskenland ihm eigentlich ganz recht ist, weil er so einige machterhaltende aber heikle Dinge vor dem spanischen Volk vertreten kann…
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